Bewegungsbaustelle – Kurzform

Die Bewegungsbaustelle ist ein von Wissenschaftlern unter pädagogischen, motorischen, und gesundheitsfördernden Aspekten entwickeltes, vielseitig einsetzbares und kosten- günstiges didaktisches Instrument, das Kinder zum gemeinsamen, intensiven und beweg- ten Spielen anregt. Sie ist konzipiert für Kindergärten, Vorschulen, Grundschulen und Ganztagsschulen im Primarbereich, die Interesse daran haben, Spiel- und Bewegungs- angebote in den Kita-Alltag, den Unterricht, die Schulpause oder den Nachmittagsbereich einzubinden.
Die „Bewegungsbaustelle“ ist für Kinder zwischen 4 und 12  Jahren geeignet und fördert ihre motorische, soziale und kognitive Entwicklung. Sie besteht aus einfachen Holz- bauteilen (Kästen, Balken, Bretter), die wie überdimensionale Bauklötzer zusammen- setzbar sind. Die Kinder entwickeln, konstruieren und erproben damit Spiel- und Beweg- ungsräume, die immer wieder umgebaut werden können. Sie machen Bewegungs- und Körpererfahrungen, setzen sich mit verschiedenen Materialien, Formen und Situationen auseinander und erleben im Zusammenwirken mir anderen Erfolge beim Konstruieren und Bauen.

Indem sich die Schüler mit dem Material beschäftigen (im gemeinsamen Spiel), erkunden sie es, machen sich vertraut mit dem Gewicht, mit Ecken und Kanten. Es entstehen dabei Bewegungslandschaften, die vielseitig beklettert und bespielt werden können und in hohem Maße Anreize für Gleichgewichtserfahrungen darstellen. Die Bewegungsbaustelle ist sowohl in Räumen und Fluren als auch im Freigelände einsetzbar.


Was wird durch die BBS gefördert?

Gesundheitsförderung: Im Sinne des salutogenetischen Gesundheitsverständnisses („Was erhält den Menschen gesund? WHO, 1986) werden den Kindern mit der Bewegungsbaustelle der für Kinder so wichtige Könnensoptimismus vermittelt (Kohärenzsinn). Das Erlebnis des Gelingens ihrer Baupläne und Bewegungsabsichten wird durch gemeinsames Bemühen und das lustvolle Erfahren der damit verbundenen Bewegungsexperimente verstärkt. Selbstvertrauen und Bewegungssicherheit verschafft den Kindern den Mut und den Zugang zu neuen Unternehmungen und Wagnissen.

Bewegungserziehung: Die BBS ist Bestandteil einer vorbeugenden und/oder therapeutischen Körpererziehung. Gefördert werden durch Spiel und Bewegungsaktivität die motorischen Grundfertigkeiten: Laufen, Gehen, Springen, Klettern und Balancieren. Die Kraft der Arme und die Muskulatur des Rumpfes werden beansprucht, die Beweglichkeit des ganzen Körpers entwickelt.

Sprachentwicklung:  Durch das Gewicht der Einzelteile der Bewegungsbaustelle bekommt die Spielregel: „Nie alleine – immer zu Zweit“ zwei Bedeutungen; zum einen Sicherheit durch Kooperation beim Tragen und Bewegen der schweren Baustellenelemente, zum anderen die Notwendigkeit der Kommunikation beim Bauen und Konstruieren von Bewegungslandschaften (Interaktion verlangt Sprache). Sprach-Rohre unterstützen den Prozess bis hin zum darstellenden Spiel: Rollenspiele und Theaterstücke.

Risiko- und Sicherheitstraining: Der Umgang mit wackeligen Konstruktionen, die Einschätzung von Gefahren, die Überlegungen zum sicheren Um- und Neubau enthalten die für Kinder wichtigen Kenntnisse zur Gefahrenprofilaxe. Das Motto der Bewegungsbaustelle – „Kinder haben das Recht auf eine eigene Beule“ zeigt, dass beim Spielen (im kalkulierbaren Maß) auch Risiken eingegangen werden. Mit dem Abspringen und Landen, mit Hinfallen und „Anecken“ werden die wichtigen Selbstschutz-Reflexe ausgebildet.

Kreativität: Die klaren, einfachen und anschaulichen Formen der BBS haben eine starke Wirkung auf die kindlichen Gestaltungskräfte. Experimente mit der Balance, mit Bällen und Rohren, mit der Sprache, bei Rollenspielen entzünden ein unendliches „Feuerwerk“ an Ideen und Spielformen. Das Spiel in der Bewegungsbaustelle findet nie ein Ende.

Wie flexibel ist die Bewegungsbaustelle?
Technische Entwicklung/Perspektiven:

Die BBS kein fertiges Endprodukt. Sie kann - je nach Entwicklungsstand der Kinder - durch neue Teile erweitert werden. Dafür haben sich folgende „Extras“ bewährt: Drainagerohre, Taue, Springseile, Decken, Teppichfliesen. Helme und Handschuhe sind die „theatralische“ Ausstattung für das Rollenspiel: „Kinder-Bauarbeiter“.